E-Lkw in der Logistik mit hochverfügbarer Ladeinfrastruktur versorgen

Oliver Adrian COO CRO chargecloud
  • Veröffentlicht

    26.02.2026

Mit Blick auf die AFIR-Ziele für 2030 wird die Zahl der Ladepunkte für E-Lkw in Europa deutlich steigen. Doch deren Installation ist nur ein Teil der Herausforderung – ebenso entscheidend ist es, dass die Infrastruktur zuverlässig funktioniert. Wie lässt sich eine möglichst hohe Verfügbarkeit sicherstellen?

In den kommenden Jahren wird der Ausbau von Ladestationen dank der EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) einen starken Aufschwung erfahren. Damit gelten bereits rechtsverbindliche Vorgaben für die Installation öffentlicher Ladepunkte für E-Lkw.
Ein zentraler Punkt der AFIR besteht darin, dass bis 2030 entlang des europäischen Kernstraßennetzes mindestens alle 120 Kilometer Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge verfügbar sein muss. Darüber hinaus müssen bis 2025 mindestens 15 Prozent dieses Netzes den Anforderungen der Verordnung entsprechen – bis 2027 steigt der Anteil auf 50 Prozent.

Vor diesem Hintergrund arbeitet chargecloud daran, den Betrieb von Ladeinfrastruktur für E-Trucks und in elektrifizierten Depots mit seiner E-Mobility-Software zu vereinfachen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, eine der zentralen Herausforderungen der Branche zu bewältigen: eine Ladeinfrastruktur, die im Betrieb zuverlässig verfügbar ist. Dieses Thema wird im Jahr 2026 noch weiter an Bedeutung gewinnen.

„Im gewerblichen Einsatz von E-Lkw spielen die Gesamtbetriebskosten, also die Total Cost of Ownership, eine zentrale Rolle. Es geht um präzise Routen und Zeitpläne, für die eine Ladeinfrastruktur mit möglichst hoher Verfügbarkeit erforderlich ist", erklärt Oliver Adrian, COO & CRO bei chargecloud, im Gespräch mit dem Mobility Portal Europe auf der Messe GENERA in Madrid.

„Entscheidend ist, dass alle Stationen professionell betrieben und verwaltet werden, um eine entsprechende Planung zu ermöglichen – insbesondere dann, wenn Fahrzeuge mehrere Standorte anfahren müssen", ergänzt er.

Auf Basis seiner Erfahrung arbeitet chargecloud mit verschiedenen Partnern an mehreren Projekten, um dieses Ziel zu realisieren.

Obwohl er der Ansicht ist, dass mehr Lade-Hubs installiert werden müssen, weil die Infrastruktur für E-Trucks vielerorts „noch kaum vorhanden ist", warnt Oliver Adrian davor, die Software-Seite zu unterschätzen. „Sie ist genauso wichtig wie die Hardware, denn erst durch die Software werden Ladepunkte im Betrieb wirklich nutzbar", betont er.


Regulatorische Herausforderungen und der Dialog mit politischen Akteuren in einem fragmentierten europäischen Markt


Die Elektromobilität in Europa wächst, doch aus Sicht von chargecloud bleibt die regulatorische Vielfalt zwischen den einzelnen Ländern eines der größten Hindernisse.

Das Geschäftsmodell von chargecloud besteht darin, CPOs (Charge Point Operators) beim Aufbau, Betrieb und der Skalierung eigener Ladedienste zu unterstützen – etwa in den Bereichen Hospitality, Einzelhandel und Depotladen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen dafür unterscheiden sich von Land zu Land.
Diese Heterogenität führt dazu, dass das Unternehmen direkt mit politischen Stakeholdern und Regierungen zusammenzuarbeiten, um für seine Kunden verlässliche Rahmenbedingungen zu erreichen und den Ausbau ihrer Angebote zu unterstützen.

„Wir konzentrieren uns bewusst auf Europa, weil der Markt hier bereits komplex genug ist", erklärt Oliver Adrian. "Weitere Expansion hat für uns derzeit keine Priorität – Qualität geht vor Quantität", ergänzt er seine Aussage.

chargecloud unterstützt den Betrieb von Ladeinfrastruktur in mehreren europäischen Märkten, darunter Deutschland, Spanien, Italien, die Niederlande und Frankreich.

„Während wir für unsere bestehenden Kunden innovative Services bereitstellen und weiterentwickeln, erschließen wir gleichzeitig zusätzliche europäische Länder", ergänzt der Manager.

 

Über chargecloud: ein Jahrzehnt softwaregestützte Ladeinfrastrukturbetrieb


chargecloud steht vor seinem zehnjährigen Bestehen in der Ladeinfrastrukturbranche – ein Meilenstein für ein Unternehmen, das zu einer Zeit gegründet wurde, als Elektromobilität noch ein Nischenthema war. Das Unternehmen wurde vor zehn Jahren von zwei bekannten Akteuren gegründet: einem der größten deutschen Energieunternehmen und einem internationalen Hersteller von Steckverbindern für Elektrofahrzeuge. Beide erkannten früh den Bedarf an einer Lösung, mit der sich Ladeinfrastruktur softwarebasiert betreiben und verwalten lässt.
Anfangs kam die Nachfrage hauptsächlich von kleinen Unternehmen. Inzwischen ist chargecloud stark gewachsen und hat sich im deutschen Markt eine führende Position erarbeitet.

Oliver Adrian zufolge läuft heute ein erheblicher Teil der öffentlichen Ladeinfrastruktur sowie vieler Homecharger und Logistikdepots in Deutschland über das Operating System von chargecloud.

„Wir arbeiten mit einem konsequenten White-Label-Ansatz, deshalb ist unser Logo im Markt kaum sichtbar", sagt er.

Mit seinem Wachstum hat das Unternehmen seinen Betrieb in den vergangenen Jahren auf weitere europäische Länder ausgeweitet – mit einem unveränderten Kernansatz: Ladeinfrastruktur mithilfe robuster und zuverlässiger Software stabil betreibbar zu machen.

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    26.02.2026